Art Diary 2026 Wabi-Sabi

Kunsttagebuch – Dokumentation der Erinnerung – Selbstversuch, work in progress,
Collagen / Mischtechnik / Zenkalligraphie – Zenbilder / Shodo – Weg des Schreibens / Arbeiten mit Papier und Textil / Künstlerbücher und Gedichte …


Mein längst unbegrenzter Selbstversuch (näheres siehe Einführungen seit Art Diary 2014) wird fortgeführt und ihr könnt ihn hier und auf Instagram @mabebuart verfolgen. Meine Dokumentation der Erinnerung wird mit meiner künstlerischen Reise fortgeführt. Dieses Jahr möchte ich meinen Art Diary Schwerpunkt „minimalism“ von 2020 wieder aufgreifen und noch tiefer in die japanische Philosophie und Ästhetik des Wabi-Sabi eintauchen.

Der neue Schwerpunkt für mein Art Diary 2026 lautet,
Wabi-Sabi,

aus dem Japanischen 侘寂, es ist ein japanisches ästhetisches Konzept der Wahrnehmung von Schönheit (Quelle Wikipedia).

Die Philosophie des Wabi-Sabi hat seine Wurzeln im Taoismus und im Zen-Buddhismus, es spiegelt sich besonders in der japanischen Tee-Zeremonie wieder.
Die Schönheit liegt im Unvollkommenen, im Vergänglichen, im Schlichten und Einfachen. Nichts auf der Welt ist vollständig, nichts ist perfekt, nichts hat auf ewig Bestand, denn alles ist stetig im Werden und Vergehen.


Für mich ist die Philosophie des Wabi-Sabi eine Fortführung meines bisher gegangenen Weges. Meine Arbeiten spiegeln meine meditative Praxis (Shodo, Shakyo, Zenkalligraphie …) wider, die Stille, Achtsamkeit und den inneren Frieden betont. Mein künstlerischer Prozess selbst ist Teil meiner inneren Reise. Der gegenwärtige Moment, das Sehen seiner rohen unvollkommenen Schönheit, wird zelebriert. Eine bewusste Einbeziehung von natürlichen Fehlern, Zufällen und unvollkommenen Texturen in meinem künstlerischen Prozess soll authentische und stille Kunstwerke schaffen.


Wabi-Sabi Objekte zeigen Spuren des Alters, der Zeit, der Erinnerungen, des Vergänglichen, sind rauh – fast grob, sind schlicht und einfach, reduziert aufs Wesentliche und bescheiden, strahlen Gelassenheit und Ruhe aus. Die Farbpalette spiegelt die Natur und ihre Prozesse wider. Die Farben sind „leise“ nicht grell, sie sind zurückhaltend, wirken ausgeblichen, oxidiert, erdig, schlammig, gedämpft.


Räume und Objekte, die im schlichten, reduziert minimalistischen Wabi-Sabi-Stil gehalten sind, lenken nicht ab, erlauben uns eine Konzentration auf das eigene SEIN, erweitern die Sinne und strahlen Stille und Frieden aus.


Meine vergangenen und neu ausgewählten Literaturschwerpunkte* und Interessen beeinflussen wie immer meine Arbeiten und meine Texte oder Gedichte.


Literatur*:
siehe Literaturhinweise Art Diary 2020, darunter besonders:
Tanizaki Jun’ichiro mit „Lob des Schattens“; Leonard Koren mit „Wabi-sabi für Künstler, Architekten und Designer“; Kakuzo Okakura mit „Das Buch vom Tee“; John Blofeld mit „Der Taoismus oder Die Suche nach Unsterblichkeit“ …

Die aktuellsten Einblicke in meine Arbeit findest Du von mir auf Instagram @mabebuart: